Die ruhmreiche Vergangenheit des Clubs

Pioniere im Tennissport

Der TC WB Würzburg gehört zu den ältesten Tennisclubs in Deutschland und den 20 größten in Bayern. Dass es überhaupt Tennissport in Würzburg schon Anfang des 20. Jahrhunderts gab, ist dem Großkaufmann Louis Rubach zu verdanken. Er gründete im Jahr 1909 den TC Weiß-Blau Würzburg. Im Mai wurde der Spielbetrieb auf zwei Plätzen, noch in der Göbelslehenstraße, aufgenommen.             

Der erste noch bekannte Vorsitzende des Tennisclubs Weiß-Blau Würzburg von 1924 bis 1926 hieß Albert Schwabacher. Am längsten hatte der Vorsitzende Rudi May, der sich 1991 laut Beschluss in der Mitgliederversammlung fortan Präsident nannte, die Fäden in der Hand. Er wurde im Jahr des 75. Geburtstags des Tennisclubs 1984 gewählt und 1999 von Ehrenfried Müller abgelöst, der 2005 nicht mehr kandidierte. Als Nachfolger trat Dr. Ralf Bornhorst 2006 in seine Fußstapfen und gab das Amt 2011 ab. Michael Reizel übernahm zu diesem Zeitpunkt die Vereinsführung.

1949 Eintrag ins Vereinsregister

Tennis erfreute sich kurz nach der Gründung des Clubs wachsender Beliebtheit. 1913 trug man dem Rechnung und veranstaltete die erste Hallenmeisterschaft im Alten Bahnhof. Dafür wurden kurzerhand Gleise mit Bohlen und Brettern überdeckt, um Spielfläche zu schaffen.

Bereits 1922 zog der Verein an seine heute noch bestehende Sportanlage in der Mergentheimer Straße um. Nach Kriegsende 1945 wird die Sportstätte durch die US-Militärregierung zunächst beschlagnahmt, um noch im selben Jahr wieder freigegeben zu werden. Der Spielbetrieb wird wieder aufgenommen. 1947 gibt die US Militärregierung drei weitere Plätze frei. Das durch eine nahe Explosion zerstörte Clubgebäude wird 1947 instand gesetzt. Am 18. März 1949 wurde der TC WB Würzburg wieder in das Vereinsregister eingetragen.

Die nächsten baulichen Maßnahmen datieren aus dem Jahr 1960, als die Tennisplätze Nummer 9 und 10 gebaut wurden. Immer wieder war Hochwasser ein Problem. So zerstörte es im Jahr 1970 eben diese beiden Plätze, die grundlegend erneuert werden mussten. Auch 1982 fielen sie den Wassermassen zum Opfer. Aber Glück im Unglück, denn nach der Freigabe von Grundstücksflächen von den Freien Turnern war der Weg frei für die Schaffung einer neuen Platzanlage mit vier Spielfeldern. Kosten: 200 000 DM.

Die erste vereinseigene Tennishalle in Unterfranken

In vielen Dingen war der Verein Vorreiter wie beispielsweise 1966 beim Bau der ersten vereinseigenen Tennishalle in Unterfranken. An deren Finanzierung von insgesamt 60 000 DM waren die Mitglieder maßgeblich beteiligt. Der Bau der Halle galt damals als Pionierleistung. Die erste luftgetragene Halle Unterfrankens wurde - wie könnte es anders sein - ebenfalls auf der Anlage von WB Würzburg 1971 eingeweiht. Die 62 500 DM teure Halle erhöhte die Zahl der Hallenplätze in Würzburg insgesamt auf sechs.

Die mit 370 Quadratmetern bis dato größte Baumaßnahme in der Clubgeschichte für 453 000 DM findet 1973 ihren Abschluss. Garderobenneubau und Zuschauertribüne werden ihrer Bestimmung übergeben. Die nächste bauliche Neugestaltung lässt bis zum Jubiläumsjahr 1984 auf sich warten. Die Mitgliederversammlung beschließt einstimmig den Bau einer Dreifeld-Tennishalle und eines Clubcasinos für rund 1,5 Millionen DM. Nach drei Monaten Bauzeit war die Halle am 1. Oktober, das neue Clubheim Ende November fertig.

1985 entstanden drei neue Freiplätze nach Vereinbarung mit dem ETSV Würzburg. 1988 gab es erste Pläne für den Neubau des Vereinsheimes zusammen mit dem Tanzclub Rot-Gold, deren Umsetzung 1989 beschlossen wurde. Nach dem Abschiedsfest im alten Clubhaus fiel es 1990 den Abrissbaggern zum Opfer. Übergeben wurde die neue Heimat im November 1991. Außerdem quartierte sich die Geschäftsstelle des Tennisbezirks Unterfranken neu im Verein ein. 2001 baute man zudem einen neuen Parkplatz.

Lebendiges Clubleben

Neben dem Sport spielte auch die Geselligkeit eine große Rolle. Bereits 1956 wurde ein Vergnügungsausschuss gebildet, der den "Weißen Ball" (ab 1989 Sport- und Medienball) zu einem herausragenden gesellschaftlichen Ereignis in Würzburg werden ließ. Er ging jedes Jahr Anfang Januar, später im April über die Bühne. Zuerst in den Huttensälen, später im Russischen Hof, dann im Gesandtenbau der Residenz und unter dem Namen Sport- und Medienball im Maritim Hotel. Das lebendige Clubleben spiegelte sich außerdem in Tanz- und Unterhaltungsveranstaltungen zum Anfang und Ende der Saison, Schleifchenturnieren, Sommer- und Weinfesten, Sonnenwend-, Nikolaus- und Weihnachtsfeiern wider.

WB Würzburg erlebte in den 80er Jahren den Aufschwung im Tennis. Die Mitgliederzahl stieg schnell auf über 500. 1984 waren es 560, davon ein Viertel Jugendliche. Ende der 90er Jahre ging die Mitgliederzahl wie in allen Vereinen bayernweit spürbar zurück, um sich in den letzten Jahren wieder zu stabilisieren. Im Jahr 2009 zählte der Club wieder 520 Mitglieder. Diese Zahl blieb bis zum heutigen Tag weitgehend konstant.

Sogar Mats Wilander spielte an der Mergentheimer Straße

In der über 100 Jahre währenden Vereinsgeschichte seit der Gründung 1909 des Tennisclubs Weiß-Blau Würzburg war das Jahr 1984 eines der sportlich erfolgreichsten. Insgesamt acht Teams schafften den Sprung in die nächst höhere Spielklasse. Darunter die Ersten Herren, die nach 30 Jahren wieder in die bayerische Oberliga aufstieg.

 „Das war das sportliche Topereignis in Würzburg“, erinnern sich die älteren Club-Mitglieder unisono. Aushängeschild war die damalige Herrenmannschaft mit dem schwedischen Tennisprofi, Daviscup-Coach und -Kapitän Carl Axel Hageskog an der Spitze. Er war aber nicht der einzige schwedische Weltranglistenspieler, der auf der Anlage in der Mergentheimer Straße in den 80er Jahren aufschlug. In seinem Schlepptau meldeten 1986 der zu diesem Zeitpunkt Weltranglistendritte Mats Wilander und der schwedische Nachwuchsmeister Ulf Stenlund. Wilander war bereits im November 1984 zur Einweihung der Dreifeld-Tennishalle zu einem Schaukampf gegen seinen Coach Hageskog angetreten. Seinen 6:2, 7:5-Sieg umjubelten 350 Zuschauer.

Ein Telegramm von Gottfried von Cramm

Die sportlichen Erfolge für den Verein begannen aber schon wesentlich früher. 1947 war das Geburtsjahr des "Goldenen Racket". Das erste und größte deutsche Tennisturnier nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von WB Würzburg ausgetragen. 160 Spitzenspieler aus 30 deutschen Städten, dazu Akteure aus Ungarn, der Türkei und den USA nahmen teil und brachten sportliche Beachtung in ganz Deutschland. Initiiert wurde das Turnier von einem amerikanischen Offizier der Militärregierung.

Zum zweiten Turnier ums "Goldenen Racket" 1949 schickten sogar Gottfried von Cramm und Paula Stuck ein Telegramm direkt vom Turnier in Wimbledon und wünschten gutes Gelingen. Das Turnier fand noch zweimal - 1950 und 1951 - statt. Aber auch intern war das spielerische Niveau in den einzelnen Mannschaften immer gut. In der ersten Verbandsrunde nach dem Krieg stiegen sowohl die Männer- als auch die Frauenmannschaft in die Gruppenliga (vergleichbar mit der heutigen Bayernliga) auf.

Auch heute kann sich das Niveau sehen lassen. Die Frauen spielen seit 2003 - mit Ausflug in die Zweite Bundesliga von 2004 bis 2006 - in der Regionalliga. Die Männer versuchten sich dort auch, mussten aber nach diesem Sommer wieder absteigen. Hinzu kommen Seniorenmannschaften in der Regional-, Bayern- und Landesliga. Auch Meister brachte WB Würzburg viele hervor. Deutsche Titelträger bei den Jungsenioren und Senioren im Einzel und mit der Mannschaft, nordbayerische und unterfränkische bei den Aktiven oder im Juniorenbereich.

Bald mit eigenem Basketball-Team

Aber nicht nur Tennis spielte bei Weiß-Blau eine Rolle: Ein sportlicher Trumpf, der den Vereinsnamen über das Tennis hinaus publik machte, war die 1950 gegründete Basketballmannschaft. Der Aufstieg in die damals höchste deutsche Liga, die süddeutsche Oberliga, gelang und einmal sogar der Einzug in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. 1971 löste sich das Korbjäger-Team - sozusagen nach getaner Arbeit - wieder auf.

Die Turnierszene wächst

Nachdem die Turnierszene im Verein wieder Einzug hielt, fand 1969 das Turnier um den "Ernst-Otto-Rühl-Wanderpokal" mit Spitzenspielern auf der Anlage an der Mergentheimer Straße statt. Nach fünfjähriger Pause entstand daraus erstmals ein Jugendturnier, zu dem auf Anhieb 140 Meldungen vorlagen. Die Zahl der Teilnehmer stieg kontinuierlich, ehe 1979 der Wettbewerb um den "Rühl-Pokal" das größte Sichtungsturnier des nordbayerischen Tennisnachwuchses mit 416 Meldungen war. 1987 wurde dieses zugunsten eines Master-Turniers abgesetzt. 1993 wurden die Offenen Würzburger Damen-Tennismeisterschaften ins Leben gerufen. Sie werden bis heute jährlich im Frühjahr veranstaltet und erfreuen sich großer Beliebtheit unter Topspielerinnen der Republik.

Ein weiterer sportlicher Höhepunkt wurde 2012 ins Leben gerufen. Als Pendant zu den Damenmeisterschaften startete erstmals im September ein Herrenturnier für Topspieler der Republik mit Wertung für die bayerische und deutsche Rangliste: Die offenen Würzburger Herren-Tennismeisterschaften um den BVUK-Cup.

Die Erfolgsjahre

Wie schon das Jahr des 100. Vereinsgeburtstags auch als ein erfolgreiches in die Vereinsgeschichte eingegangen ist - sowohl die ersten Herren als auch die ersten Damen  schlugen in der Regionalliga auf – wird auch das Jahr 2013 als Erfolgsjahr verbucht.

Die Männer schafften es 2009 zwar nicht, sich länger in Deutschlands dritthöchster Spielklasse zu halten, trotzdem ist damit WB Würzburg einer der wenigen Vereine, in dem sowohl die Männer als auch die Frauen gemeinsam in dieser Liga antraten.

Das Ziel hieß fortan, genau selbiges wieder zu erreichen. Und 2013 ist es geschafft. Damen und Herren werden in der Medenrunde 2014 wieder gemeinsam in der Regionalliga an den Start gehen. Als der Unternehmer Michael Reizel im Jahr 2011 das Amt des Präsidenten im Tennis-Club übernahm, gab er genau das als Devise aus. Mit viel Ehrgeiz und tatkräftiger Unterstützung setzte man diese Vorgaben um. Die 1. Damenmannschaft hatte sich über die Jahre – wenn manchmal auch mit Ach und Krach – in der Regionalliga gehalten und die 1. Herren stiegen nach einer schon erfolgreichen Saison 2012 im Jahr 2013 als bayerischer Meister endlich wieder in die Regionalliga auf.

 

 

Eine Zeitreise in Stichpunkten:

  • 1909  Herr Louis Rubach (damals 29 Jahre) gründet den Tennisclub Weiß Blau in Würzburg. Auf zwei Tennisplätzen an der Göbelslehenstraße wird gespielt.

  • 1913  Die erste Tennis-Hallen-Meisterschaft findet im alten Bahnhof von Würzburg statt. Die Spielfläche entsteht durch Abdecken der Gleise mit Brettern.

  • 1914 - 1918  Der Spielbetrieb ruht während des 1. Weltkrieges.

  • 1922  Der TC Weiß Blau Würzburg schafft neue Plätze und findet seine Heimat in der Mergentheimer Straße 15, wo er auch heute noch angesiedelt ist.

  • 1929  Harald von Falkenstein vom TC Weiß Blau feiert als internationaler Turnierspieler in England Erfolge.

  • 1936  Bei den Deutschen Wehrmachts-Meisterschaften in Berlin erreichen Harald von Falkenstein und Luitpold Leusser (Kneipp-Werke) den 3. Platz im Herren-Doppel.

  • 1945  Die Sportanlage wird beschlagnahmt. Durch Explosion eines Benzin-Depots wird das Clubhaus total zerstört. Am 13. November 1945 wird ein neuer Mietvertrag mit der Stadt Würzburg abgeschlossen und der Spielbetrieb aufgenommen.

  • 1947  Bau des Clubgebäudes. Walter Ehrl und Fritz Gebhardt fertigen die Dachkonstruktion. Das neue Clubhaus ist das "erste Cafe" der Stadt in Verbindung mit den "Charlott-Terrassen". Die US-Militär-Regierung gestattet drei weitere Tennisplätze.

  • 1947  Beim TC Weiß Blau findet das erste und größte Tennisturnier nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland statt. Um das "Goldene Racket" spielen 160 Spieler aus 30 deutschen Städten und sogar aus dem Ausland.

  • 1948  Beginn der 1. Meden-Runde. Beim Jubiläumsturnier erreichen Frau Scheiner und Frau Damboer den 3. Platz im Damen-Doppel. Das Turnier um das "Goldene Racket" fällt wegen der Währungsreform aus.

  • 1949  Am 18. März 49 wird der TC Weiß Blau wieder im Vereinsregister eingetragen.

  • 1950  TC Weiß Blau gründet eine Basketballabteilung. Diese war in den Folgejahren sehr erfolgreich.

  • 1951  Vom 28.06. - 1.7. findet das vierte und letzte Turnier um das "Goldene Racket" statt. Über 100 Teilnehmer mit Spielern aus USA, Spanien, Österreich, Tschechien und Deutschland. Herr Menzel gewinnt zum dritten Mal und damit auch den Wanderpreis der Regierung von Unterfranken.

  • 1953  Spieler vom TC Weiß Blau werden "Deutscher Hochschulmeister" der Herren.

  • 1960  Die Tennisplätze werden um Platz 9 und 10 erweitert. Außerdem erfolgt der Bau einer Herrengarderobe sowie einer Trainerwohnung.

  • 1966  Am 22. Oktober wird die erste vereinseigene Tennishalle von Unterfranken in Betrieb genommen.

  • 1971  Die Basketballabteilung löst sich auf. Am 22. Oktober wird eine Tragluft-Halle wegen der großen Nachfrage für den Winter-Tennissport aufgestellt.

  • 1972  Beim TC Weiß Blau werden die "Bayerischen Hallenmeisterschaften" ausgetragen. Im Dezember 72 erfolgen Abriss der alten Tribüne und des Garderobengebäudes.

  • 1973  Neubau der Garderoben mit Tribüne.

  • 1976  Beim "E.O.-Rühl-Jugend-Pokal" spielen 184 Teilnehmer.

  • 1981  Vorstand Herr Dr. Martin Sonntag erreicht mit dem Nachbarverein "Freie Turner" eine Einigung zur Schaffung von vier Tennisplätzen.

  • 1984  Am 2. Mai einstimmiger Beschluss der Mitglieder zum Bau einer Dreifeld-Halle mit neuer Gastronomie etc.

  • 1990  Im Oktober Abriss des Altbaus des Clubgebäudes.

  • 1991  Fertigstellung des Neubaus des Fitness-Center

  • 1994  Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften der Damen und Herren.

  • 1996  Internationale Bayerische Hallenmeisterschaften der Damen.

  • 1996  Europa-Meisterschaften der Senioren beim TC Weiß Blau. TC Weiß Blau wurde ohne Niederlage Vize-Europameister!

  • 1997  Unterfränkische Bezirksmeisterschaften der Damen und Herren. Bayerische Jugendmeisterschaft AK I - AK III, Würzburger Stadtmeisterschaften.

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